Hundesitter-Checkliste: Wichtige Infos und Vorlage für die Übergabe
Praktische Hundesitter-Checkliste und Vorlage für die Übergabe: Notfallkontakte, Fütterung, Medikamente, Gassiroutine und tierärztliche Notfallvorsorge.

Ob Wochenendausflug, Urlaub oder geschäftliche Reise: Seinen Hund in fremde Hände zu geben, erfordert Vertrauen und gute Vorbereitung. Viele Halter neigen dazu, vor der Abreise entweder zu wenig aufzuschreiben oder einen ganzen Aktenordner voller Details zu hinterlassen, den im Ernstfall niemand überblickt.
Eine gelungene Übergabe konzentriert sich auf die wesentlichen Fragen: Wer ist im Notfall erreichbar? Wie sieht der gewohnte Tagesablauf aus? Welche Medikamente müssen wann gegeben werden? Und welche Verhaltensweisen sind für diesen speziellen Hund normal?
In diesem Leitfaden erfährst du, welche Informationen deine Betreuungsperson wirklich braucht, welche Sicherheitsregeln unverzichtbar sind und wie eine praktische einseitige Checkliste für den Küchentisch aufgebaut sein sollte.
Informationshierarchie: Was wichtig ist und was überfordert
Um deine Notizen übersichtlich zu halten, hilft die Einteilung in drei Bereiche:
| Priorität | Bereich | Beispiele |
|---|---|---|
| Stufe 1: Lebenswichtig | Muss sofort griffbereit sein | Notfallkontakte, Haustierarzt, 24h-Tierklinik, Chipnummer, Futtermenge und Grundroutine |
| Stufe 2: Hundespezifisch | Wichtig bei besonderen Bedürfnissen | Medikamentengabe, Ängste bei Gewitter, Leinenreaktivität, Futterneid und Alleinbleiben |
| Stufe 3: Unnötiger Ballast | Weglassen oder ganz kurz halten | Ausführliche Lebensgeschichten, endlose Trick-Kommandos und komplizierte Minutenpläne |
Eine klare Trennung sorgt dafür, dass die betreuende Person in einer Stresssituation nicht lange nach Telefonnummern oder Dosierungen suchen muss.
1. Kontaktdaten und tierärztliche Notfalladressen
Wenn ein Notfall eintritt, darf die Betreuungsperson keine Zeit mit dem Durchsuchen von Chatverläufen verlieren.
Diese vier Anlaufstellen gehören gut sichtbar an den Kühlschrank oder auf den Küchentisch:
- Deine eigenen Kontaktdaten: Mobilnummer, bevorzugte Messenger-App und Hinweise zu deiner Erreichbarkeit (wie Flugzeiten oder Zeitverschiebung).
- Lokaler Notfallkontakt: Eine vertraute Person in der Nähe (Freunde, Familie, Nachbarn), die einen Zweitschlüssel besitzt, vor Ort mobil ist und im Ernstfall einspringen kann.
- Haustierarzt: Praxisname, Tierarztname, Adresse und Telefonnummer.
- Nächstgelegene 24h-Tierklinik: Adresse und Notfallnummer. Tierarztpraxen haben nachts und am Wochenende oft geschlossen, weshalb die Adresse der nächsten Klinik vorab bekannt sein muss.
2. Fütterung, Wasser und Leckerli-Regeln
Plötzliche Futterumstellungen oder ungewohnte Leckereien führen bei Hunden schnell zu Magen-Darm-Beschwerden. Eine präzise Fütterungsanweisung schützt vor bösen Überraschungen.
Was auf den Zettel gehört:
- Genaue Futtermenge: Mengenangaben in Gramm oder genauen Dosenportionen (zum Beispiel: "morgens und abends jeweils 180 Gramm Trockenfutter").
- Fütterungszeiten: Typische Zeitfenster (wie 07:30 Uhr und 18:00 Uhr).
- Futterlagerung und Zubereitung: Wo das Futter steht, ob Nassfutter nach dem Öffnen in den Kühlschrank muss oder ob Trockenfutter eingeweicht wird.
- Leckerli-Grenzen: Welche Snacks erlaubt sind und wie viele über den Tag verteilt gegeben werden dürfen.
- Giftige Lebensmittel: Weise ausdrücklich darauf hin, dass Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch und xylithaltige Produkte (Birkenzucker) für Hunde giftig sind. Essensreste vom Tisch sollten tabu sein.
Dass ein Hund an den ersten ein bis zwei Tagen wegen der Trennung etwas weniger Appetit zeigt, kommt vor. Verweigert er das Futter jedoch länger als 24 Stunden oder kommen Apathie, Erbrechen oder Durchfall hinzu, sollte die Betreuungsperson Rücksprache mit dir oder dem Tierarzt halten.
3. Gassigehen, Ausrüstung und Sicherheit im Freien
Spaziergänge bergen das größte Risiko für Unfälle oder ein Entlaufen des Hundes. Der Sitter sollte genau wissen, welches Geschirr genutzt wird und wie sich der Hund draußen verhält.
Wichtige Punkte für die Gassiroutine:
- Ausrüstung und Sitz: Zeige dem Sitter persönlich, wie das Geschirr oder Halsband angelegt wird. Ein zu lockeres Halsband kann dazu führen, dass sich ein erschrockener Hund herauswindet.
- Leinenpflicht: Bitte den Sitter, den Hund an einer festen Führleine (etwa 2 Meter) zu führen. Rollleinen (Flexileinen) sind bei fremden Hunden unberechenbar und bergen Verletzungsrisiken.
- Kein Freilauf: Sofern kein sicher eingezäunter Garten zur Verfügung steht, sollte für die Betreuungszeit ein striktes Freilaufverbot gelten. Selbst gut abrufbare Hunde reagieren bei fremden Personen oft anders.
- Reaktivität und Hundebegegnungen: Informiere darüber, wie dein Hund auf Artgenossen, Radfahrer, Jogger oder laute Fahrzeuge reagiert. Falls er keinen Kontakt an der Leine mag, sollte der Sitter vorausschauend die Straßenseite wechseln.
- Lösestellen und Rhythmus: Gewohnte Gassizeiten und bevorzugte Plätze für das Geschäft notieren.
4. Medikamente und gesundheitliche Besonderheiten
Die Gabe von Medikamenten erfordert höchste Sorgfalt. Missverständnisse bei Dosierung oder Zeiten können ernste gesundheitliche Folgen haben.
Sicherheitsregeln für Medikamente:
- Originalverpackung nutzen: Alle Medikamente sollten in der Originalverpackung mit der Beschriftung der Tierarztpraxis bereitstehen (Name des Hundes, Wirkstoff, Dosierung).
- Art der Verabreichung: Erkläre genau, wie die Tablette verabreicht wird (zum Beispiel: in Leberwurst versteckt, mit dem Nassfutter vermischt oder als Kautablette).
- Lagerung: Kühlhinweise beachten (wie Kühlschrank oder vor Licht geschützter Schrank).
- Vergessene Dosen: Niemals die doppelte Dosis nachholen. Wenn eine Tablette vergessen oder erbrochen wird, sollte die Betreuungsperson erst Rücksprache mit dir oder dem Tierarzt halten.
- Keine Humanmedikamente: Halte fest, dass Schmerzmittel aus der Humanmedizin (wie Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac oder Aspirin) für Hunde giftig und lebensgefährlich sind.
Wie du gesundheitliche Verläufe, Impfungen und Routinen über das ganze Jahr festhältst, erfährst du in unserem Ratgeber über das Gesundheitstagebuch für Hunde.
5. Verhalten, Ängste und Gewohnheiten
Damit deine Betreuungsperson einschätzen kann, wie es deinem Hund geht, muss sie wissen, was sein persönliches Normalverhalten ist.
Wichtige Verhaltenshinweise:
- Ängste und Auslöser: Reagiert der Hund panisch auf Gewitter, Feuerwerk, den Staubsauger oder Türklingeln? Wo sucht er Schutz?
- Ressourcenverteidigung: Knurrt der Hund, wenn man sich seinem Napf, Kauknochen oder Schlafplatz nähert? Hier gilt: Hund beim Fressen und Schlafen immer in Ruhe lassen.
- Berührungsempfindlichkeiten: Mag der Hund Berührungen an Pfoten, Ohren oder Rute nicht?
- Alleinbleiben: Kann der Hund problemlos zwei bis drei Stunden alleine bleiben oder muss er dauerhaft beaufsichtigt werden?
- Körpersprache erkennen: Wie du Stresssignale von Entspannung unterscheidest, liest du in unserem Artikel über die Körpersprache deines Hundes.
6. Medizinische Warnsignale auf einen Blick
Ein Hundesitter muss keine tierärztlichen Diagnosen stellen. Er muss jedoch erkennen, wann ein sofortiger Tierarztanruf nötig ist, anstatt bis zu deiner Rückkehr zu warten.
Die Betreuungsperson sollte unverzüglich eine Tierklinik oder Praxis kontaktieren bei:
- Wiederholtem, ergebnislosem Würgen bei gleichzeitig unruhigem Hin- und Herlaufen und geblähtem, hartem Bauch (Verdacht auf Magendrehung)
- Schwerer Atemnot, flacher schneller Atmung im Ruhezustand oder bläulichen/blassen Schleimhäuten
- Plötzlichem Zusammenbruch, extremer Schwäche oder Unfähigkeit aufzustehen
- Krampfanfällen, die länger als zwei Minuten anhalten oder sich am selben Tag wiederholen
- Wiederholtem, erfolglosem Versuch Urin abzusetzen
- Verdacht auf Giftaufnahme (wie Rattengift, Schneckenkorn, Schokolade) oder verschluckte Fremdkörper
- Starken Blutungen oder schwerer Verletzung
7. Wohnungslogistik und Vorbereitung vor Abreise
Nimm dir vor der Abreise fünf Minuten Zeit für einen kurzen gemeinsamen Rundgang durch die Wohnung oder den Garten.
Schnelle Checkliste für das Zuhause:
- Funktion von Türschlössern, Gartentoren und Riegeln demonstrieren.
- Zeigen, wo Leine, Geschirr, Kotbeutel und Handtücher gelagert werden.
- Aufbewahrungsort von enzymatischem Reiniger, Küchenrolle und Mülleimern zeigen.
- Transportbox oder Autosicherheitsgeschirr für eventuelle Tierarztfahrten bereitlegen.
- Giftige Zimmerpflanzen oder herumliegende Kleinteile wegräumen.
8. Alltagsbetreuung mit Dogtales
Ein ausgedruckter Zettel ist unschlagbar für Notfallnummern, Fütterungsmengen und Hausschlüssel. Er liegt griffbereit auf der Anrichte und funktioniert ohne Akku und Internet.
Im Betreuungsalltag über mehrere Tage entstehen jedoch oft kleine Abstimmungsfragen: "Hat der Hund heute schon seine Abendtablette bekommen?" oder "Wann war die letzte Gassirunde?"
Mit der Dogtales App können Halter und Betreuungspersonen einen gemeinsamen digitalen Tagesablauf führen:
- Fütterungen, Wasseraufnahme, Gassizeiten, Häufchen, Medikamente und Notizen in einer gemeinsamen Zeitlinie festhalten.
- Über Family Sharing das Hundeprofil und das Tagebuch mit Familienmitgliedern oder Betreuern synchronisieren.
- Erinnerungen für wichtige Tablettenzeiten und Mahlzeiten aktivieren, damit im Alltag nichts vergessen wird.
- Chipnummer, Impfstatus und Tierarztdaten direkt im digitalen Gesundheitsprofil hinterlegen.
Ein digitales Tagebuch ergänzt deinen Übergabezettel; es ersetzt nicht das handschriftliche Bereithalten der Notfallnummern auf Papier.
Druckfertige Hundesitter-Checkliste
Kopiere oder drucke die folgende einseitige Vorlage aus, trage deine Angaben ein und hinterlege den Bogen gut sichtbar in deiner Wohnung.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Informationen für den Hundesitter?
Am wichtigsten sind die Erreichbarkeit des Halters und eines Notfallkontakts vor Ort, die Telefonnummern des Haustierarztes und der nächsten 24h-Tierklinik, die Chipnummer, genaue Fütterungsmengen und klare Anweisungen für Medikamente.
Sollte ich die tierärztliche Bezahlung vorab regeln?
Ja. Wenn du auf Reisen oder im Funkloch bist, sprich vorab kurz mit deiner Tierarztpraxis. Frage nach, ob du eine Zahlungskarte hinterlegen oder eine Vereinbarung für Notfallbehandlungen treffen kannst, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht.
Was soll die Betreuungsperson tun, wenn der Hund nicht frisst?
Leichte Appetitlosigkeit am ersten Tag ist durch den Trennungsstress häufig normal. Solange der Hund normal trinkt, aufmerksam ist und kein Erbrechen zeigt, wird das Futter zur nächsten regulären Zeit erneut angeboten. Hält die Futterverweigerung länger als 24 Stunden an, sollte Rücksprache gehalten werden.
Darf der Hundesitter meinen Hund ableinen?
Nein. Sofern kein sicher eingezäunter Garten genutzt wird, sollte für die Dauer der Betreuung ein striktes Freilaufverbot gelten. Bei Ausweichmanövern oder Erschrecken reagieren Hunde in fremder Hand oft unberechenbar.
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